Gemeindefest

Das traditionelle Gemeindefest der Kirchengemeinde Flögeln/Fickmühlen fand am 21. August 2016 wieder im Garten des Pfarrgeländes neben der Pfarrscheune mit über 100 Besuchern statt. Thema zu diesem Gemeindefestes: „Das verlorene Schaf“. Neben dem Festplatz konnten sich die großen und kleinen Besucher an sechs Schafen erfreuen, die von ihrem Gatter aus das Fest mit verfolgten. Lektorin Hedwig Schwan ging im plattdeutschen Gottesdienst der Frage nach, wie der gute Hirte aus dem Jesus- Gleichnis 99 Schafe zurücklassen kann, um das eine Verlorene zu suchen. Der Chor unter der Leitung von Meike Reyelt und der Posaunenchor, Leitung Gerhard Huljus, gestalteten den Gottesdienst musikalisch. Auch Paddler auf dem Flögelner See genossen die herüberwehende Musik.

Im Gottesdienst wurden Walter Wöhlke für 50 Jahre und Wilhelm Wöhlke für 60 Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt. Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes und Pastorin Inge Brickwedel dankten allen Spendern der Kuchen und Salate und allen Mitwirkenden.

Nach dem gut besuchten Mittagessen erzählte Wolfgang M. Schüßler aus Meckelstedt von seinen Erfahrungen im Umgang mit seinen Moorschnucken und Steinschafen. Auch er möchte in seiner Arbeit in der GEH, Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haus-Haustierrassen, Verlorenes retten: das reiche Kulturerbe, zu dem nicht nur Bilder und Kirchen, sondern auch selten gewordene , an die Landschaften angepasste Tierrassen zählen. Zur Zeit seien 136 Haustierrassen auf der Roten Liste bedrohter Arten.

Jedes Schaf hat seine eigene Persönlichkeit, Gefühle, Eigenarten. Und doch lieben es die Schafe , abends eng beieinander zu stehen und ( das Erlebte ) wiederzukäuen.“

Er warnte vor Vermenschlichung der Tiere in falsch verstandener Tierliebe , aber eines ist für ihn gewiß: Jedes Tier hat eine Seele. Bis zur Kaffeetafel mit einem Buffet von 18 selbstgebackenen, gespendeten Torten musizierte das Harmonikaorchester ehemaliger Brandmeister „ Florian“. Das Team des Kindergottesdienstes beschäftigte die Kinder spielerisch mit dem verlorenen Schaf. Die Kinder der Neubürger aus Syrien tobten ausgelassen mit ihren neuen Nachbarskindern herum. Das Wetter blieb sonnig bis zum Spätnachmittag. Da gab es noch eine Pointe: Als der Besitzer der Schafe seine Tiere auf den Anhänger lotsen wollte, büxte eins aus. Es hatte wohl gut zugehört. Begeisterte Kinder halfen ihm, es vorsichtig wieder einzufangen!

Wolfgang Janz

 

 

 

Die Stärken der alten Rassen

MECKELSTEDT. Man sieht es ihnen vielleicht nicht gleich an, aber die Tiere von Wolfgang M. Schüßler sind Raritäten: Weil sie in der Landwirtschaft kaum eine Rolle spielen, könnten die Alpinen Steinschafe (Foto), die Moorschnucken und die Seidenhühner als Rasse bald komplett von der Bildfläche verschwinden. Dabei sollte man sich angesichts immer neuer Lebensmittelskandale wieder auf diese ursprünglichen Arten besinnen, findet Schüßler. Als Regionalgruppensprecher der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) möchte er die genetische Vielfalt wieder ins Bewusstsein rücken.

Wolfgang M. Schüßler : „In Zeiten von Lebensmittelskandalen lohnt es sich, über alte Rassen nachzudenken.“ Fotos: see
 

23 Schafe und elf Hühner leben auf dem Meckelstedter Hof – Geld verdienen kann man damit nicht, gesteht der 69-Jährige. Aber Schüßler liebt sein Hobby und bezeichnet sich selbst schmunzelnd als Überzeugungstäter. Aus zwei Gründen setzt er sich für die alten Tierrassen ein: Erstens fasziniere ihn einfach die Geschichte der Tiere. „Die alten Rassen sind ein Kulturgut, das man erhalten muss. Es gibt ja auch den Denkmalschutz“, meint er. Zweitens sei er davon überzeugt, dass die alten Rassen viele Stärken mitbringen, die genutzt werden könnten. So seien die Tiere oftmals genügsamer, könnten Futter besser verwerten und seien besser an die verschiedenen Landschaftstypen angepasst. Außerdem gebe es weniger Probleme bei den Geburten. All diese Vorteile führten auch dazu, dass bei diesen Tierbeständen weniger Medikamente eingesetzt werden müssten – ein Argument, dass zunehmend auch die Vertreter der konventionellen Landwirtschaft interessiere. In Ostfriesland gebe es mittlerweile große landwirtschaftliche Betriebe, die verstärkt wieder mit alten Rassen arbeiteten, so Schüßler. „Die wollten es nicht mehr hinnehmen, dass ständig der Tierarzt auf den Hof kommen musste.“

Zwar könnten die alten Rassen mit den auf Hochleistung getrimmten Tieren in Sachen Quantität nicht mithalten. Dafür könnten die Betriebe jedoch wunderbar mit dem Einsatz der ursprünglichen Arten Werbung für sich machen.

Manche alten Rassen bräuchten sich aber auch gar nicht so sehr hinter ihren konventionellen Kollegen zu verstecken. Die Hühner des Westfälischen Totlegers legten immerhin rund 260 Eier pro Jahr, erklärt Schüßler. Außerdem seien die alten Rassen meist auch langlebiger. „Die werden ja auch nicht dafür gehalten, dass man sie gleich wieder tötet.“ Bei ihm würden die Hühner etwa zehn Jahre alt werden.

In den großen Mastbetrieben sei dies natürlich undenkbar – dort ließe man die Tiere höchstens 20 bis 40 Tage am Leben. In Legebatterien sei auch nach etwa einem Jahr Schluss – nämlich dann, wenn die Legeleistung nachlasse. Damit auch im Cuxland und umzu die alten Rassen bekannter werden, hat der aus Bonn stammende Wolfgang M. Schüßler vor einem Jahr die GEH-Regionalgruppe Elbe-Weser/Nord gegründet, die nicht nur für den Kreis Cuxhaven und Bremerhaven sondern auch für die Kreise Osterholz, Rotenburg und Stade zuständig ist. „Es schien so, als wenn die Leute auf so etwas gewartet hätten“, freut sich Schüßler über die starke Resonanz.

Am kommenden Sonntag, 21. April, findet ab 14 Uhr in Neuenwalde ein Regionalgruppentreffen statt, zu dem Interessierte eingeladen sind. Kontakt unter 0 47 45/9 11 43 04.

„Die alten Rassen sind ein Kulturgut, das man erhalten muss. Es gibt ja auch den Denkmalschutz.“

 

Wolfgang M. Schüßler

 

Der Bestand der Alpinen Steinschafe ist stark gefährdet.

 

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Niederungsrind ist Rasse des Jahres
 
 

Gefährdete Haustier-Rassen

KARIN KöSTER 18.04.2016 0 Kommentare

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